Fragen & Antworten zum Kirchenvorstand


Wer gehört zum Kirchenvorstand?

Der Kirchenvorstand – das sind der Pfarrer bzw. die Pfarrerin und gewählte Laien aus der Kirchengemeinde. Wahlen zum Kirchenvorstand finden alle sechs Jahre statt. Und schließlich kann der Kirchenvorstand noch einige weitere Mitglieder berufen. Die Kirchengemeinde wird also von einem Gremium geleitet, in dem die ehrenamtlichen Gemeindemitglieder die Mehrheit bilden.

Woher kommt die Idee eines solchen
Gremiums als Gemeindeleitung?

Der Kirchenvorstand als Gremium der Gemeindeleitung begründet sich aus unserer Geschichte. Im Dritten Reich hatte sich eine Gruppe evangelischer Pfarrer zu den Deutschen Christen zusammengeschlossen und sich dem faschistischen Totalitätsanspruch untergeordnet. Dieses führte zu Widerstand in den Kirchengemeinden und zur Gründung der „Bekennenden Kirche“, die sich 1934 mit der Barmer Erklärung zu Gott als dem alleinigen Herren der Welt bekannte. Unsere Landeskirche steht in dieser Tradition und sieht in einer starken Kirchengemeinde und einem aus Laien mehrheitlich zusammengesetzten Leitungsgremium eine gute Grundlage, dass tatsächlich Ausrichtungen und Entwicklungen verhindert werden, die „der Schrift“ und „dem Bekenntnis“ widerstreiten.

Was sind die Aufgaben des Kirchenvorstandes?

„Der Kirchenvorstand leitet nach der Schrift und gemäß dem Bekenntnis die Gemeinde und ist für das gesamte Gemeindeleben verantwortlich.“ – so heißt es in der Kirchenordnung unserer Landeskirche. Es kommt darauf an, diese herausgehobene Stellung des Kirchenvorstandes behutsam und klug auszufüllen.

Jede Kirchengemeinde ist – unselbständiges – Teil der Landeskirche, d.h. sie bekommt einen Großteil ihrer Finanzen aus Zuweisungen der Landeskirche, sie ist in vielfältiger Weise auf die Kirchenverwaltung angewiesen bzw. hat Teil an übergemeindlichen Diensten, etwa des Dekanats oder der Landeskirche. Leitung der Kirchengemeinde bedeutet also, diese unterschiedlichen Facetten und Ebenen zusammenzubringen, aufeinander zu beziehen und konstruktiv zu gestalten.

Der Kirchenvorstand hat also zunächst und vor allem ein geistliches Amt: Er hat die Verantwortung dafür, „dass in der Gemeinde das Wort Gottes lauter verkündigt wird und die Sakramente recht verwaltet werden.“ Die Mitglieder des Kirchenvorstandes beteiligen sich in vielfältiger Weise am Gemeindeleben, in Gottesdiensten, in vielen Kreisen und Gruppen, auch in der Seelsorge.

Aber das geistliche Amt hat auch eine sehr weltliche Seite: Wir benötigen Einnahmen, um unsere Aktivitäten finanzieren zu können – beginnend beim Heizen der Kirche bis hin zur Organisation des Reinigungsdienstes. Ausgaben müssen ordentlich verbucht und abgerechnet werden. Hinzu kommen Anschaffungen, Investitionen und Reparaturen. Und vieles andere mehr! Auch dafür trägt der Kirchenvorstand die volle Verantwortung. Und wenn etwas nicht so läuft, wie sich das mancher vorstellt, dann wendet er bzw. sie sich an den Kirchenvorstand, wie umgekehrt viele Anregungen an den Kirchenvorstand herangetragen werden. Der Kirchenvorstand berichtet regelmäßig über seine Arbeit: in den Gemeindeversammlungen, in Berichten im Gemeindebrief, durch Abkündigungen in den Gottesdiensten und natürlich auch auf Nachfragen.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit
haupt – und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen?

Eine Kirchengemeinde hat Menschen mit vielerlei Talenten und Fähigkeiten. Auf diese ist der Kirchenvorstand, in dessen Zusammensetzung sich zumindest teilweise die Kirchengemeinde widerspiegelt, angewiesen. Es gibt einerseits Verantwortlichkeiten, von denen der Kirchenvorstand sich auch nicht entlasten kann, aber es gibt Zielvorstellungen und alltägliches Leben der Kirchengemeinde, die ohne das Zusammenspiel Kirchengemeinde und Kirchenvorstand nicht vorstellbar sind. In diesem konstruktiven, nie langweiligen, manchmal auch mühevollen Zusammenwirken lebt die Gemeinde Christi. Damit der Kirchenvorstand sein Leitungsamt verantwortungsvoll wahrnehmen kann, benötigt er die enge Zusammenwirken mit der Gemeinde. Dass Gemeinde insgesamt strukturiert und entwickelt werden kann, bedarf der Wahrnehmung auch von Leitungsaufgaben.

Denn die Pfarrerin bzw. der Pfarrer steht für die Wortverkündigung, die Verwaltung der Sakramente, Seelsorge, Unterricht und die vielfältigen Kasualien. Sie bzw. er prägen in einem hohen Maße die konkrete Arbeit in der Kirchengemeinde. Hinzu kommen andere Haupt- und Nebenamtliche: die Kantorin, der Küster, die Gemeindesekretärin und natürlich jene Frauen, die dafür sorgen, dass unsere Räumlichkeiten stets gepflegt sind. Doch so wichtig die Arbeit der Hauptamtlichen ist – ohne die Vielzahl der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre unsere Gemeindeleben nicht nur sehr viel ärmer, Vieles könnte überhaupt nicht stattfinden, zumindest so nicht stattfinden, wie es derzeit geschieht.

Über allem steht, wie über der Kirchenordnung unserer Landeskirche,
als Leitgedanke:

„Alles, was ihr tut mit Worten oder Werken,
das tut alles in dem Namen des Herrn Jesus
und danket Gott, dem Vater, durch ihn.“ (Kol. 3,17)

Dr. Ernst-Ulrich Huster
(Vorsitzender des Kirchenvorstandes)

 

 

 

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